Einsteiger Guide – Wie bewahrt man seine Bitcoin sicher auf?

Die Aufbewahrung von Bitcoin ist ein großes Thema und die wenigsten wissen eigentlich wieso es so wichtig ist oder noch viel schlimmer, worauf man achten muss. Ich persönlich habe mich mit dem Thema eine längere Zeit auch nicht auseinandergesetzt, da es für mich bei Bitcoin einfach spannendere Themen gab. Aber im Laufe der Zeit und dem Beginn vom Investment musste ich mich doch einmal mit der Aufbewahrung und Sicherung beschäftigen.

Bevor ich nun nur für mich selbst recherchiere, habe ich mir gedacht, dass ich daraus einfach einen kleinen Einsteiger Guide zur sicheren Aufbewahrung von Bitcoin erstelle und hoffe euch damit ein wenig weiterzuhelfen.

In diesem Guide soll es zunächst einmal darum gehen, was es überhaupt bedeutet Bitcoin aufzubewahren, wieso es so wichtig ist sich mit dem Thema intensiver zu befassen und welche Varianten es gibt. Zum Abschluss zeige ich euch, die aus meiner Sicht, aktuell beste Variante, um seine Bitcoin sicher aufzubewahren. Dieser Guide soll in keinster Weise eine komplette Empfehlung für die Vorgehensweise bei der Sicherung eurer Bitcoin-Guthaben sein. Deshalb bitte ich euch so umfänglich wie möglich damit auseinandersetzen und die Variante zu wählen, mit der ich euch am wohlsten fühlt.

Wieso besitzt die sichere Aufbewahrung von Bitcoin eine so große Bedeutung?

Bitcoin ist ein dezentrales Netzwerk ohne kontrollierende Instanz, das die Geldmenge, die Transaktionen oder die Guthaben der einzelnen Netzwerkteilnehmer kontrolliert. Es existiert keine Bank oder ein Unternehmen, das, wie bei unserem aktuellen Finanzsystem, Guthaben aufbewahrt und sich, um die Sicherheit kümmert. Verliert eure Bank bspw. durch einen Bankraub oder Cyberangriff einen Teil eurer Bankguthaben, wird euch dieser Teil ersetzt.

Im Bankensystem werden die Guthaben zentral bei der Bank verwaltet. Die Transaktionen zwischen den Teilnehmer werden über die zentrale Bank abgewickelt.

Im Gegensatz dazu ist jeder Teilnehmer im Bitcoin-Netzwerk selbst für sein Guthaben verantwortlich. Es gibt keine Bank oder Versicherung an die man sich wenden kann, um verloren gegangene Bitcoin zu ersetzen oder Transaktionen zu widerrufen. Deshalb gilt bei Bitcoin der schon beinahe berühmte Slogan „Be your own bank!“.

Durch die zentrale Lagerung und Abgabe der Verantwortung der Sicherung an die Banken, bestehen aber zwei große Nachteile:

  • große Geldmengen an einem zentralen Ort sind ein einfaches Angriffsziel für Kriminelle
  • Aufbewahrung durch Banken bedeutet Abgabe der Kontrolle sowie Gefahr von Missbrauch

Bitcoin löst diese Gefahren durch die dezentrale Verteilung der Guthaben auf jeden einzelnen Teilnehmer. Das bedeutet, dass jeder für die Aufbewahrung und Sicherheit selbst verantwortlich ist. Dadurch wird eine Konzentration hoher Mengen an Bitcoin an einem Ort verhindert und man besitzt persönlich die volle Kontrolle über sein Guthaben. Auf die Besonderheit von Guthaben auf Exchanges und anderen Plattformen gehe ich im weiteren Verlauf dieses Textes nochmals genauer ein.

Im Bitcoin-Netzwerk werden alle Guthaben dezentral von den Teilnehmern selbst aufbewahrt und die Transaktionen erfolgen direkt zwischen den einzelnen Teilnehmern (Peer-to-Peer).

Mit dieser persönlichen Kontrolle, Flexibilität und Freiheit ergibt sich aber eine hohe Verantwortung für jeden Einzelnen, sich selbst um die Sicherheit der eigenen Guthaben zu kümmern. Aus diesem Grund besitzt die sichere Aufbewahrung von Bitcoin eine so große Bedeutung, denn es gibt keine kontrollierende Instanz, an die man sich bei Komplikationen wenden könnte.

Was wird bei Bitcoin überhaupt aufbewahrt?

Jetzt ergibt sich aber zunächst die Frage, was man im Bitcoin-Netzwerk überhaupt aufbewahren sollte und welche Dinge man dabei beachten muss.

Public und Private Key

Häufig liest man davon, dass man seine Bitcoin speichern bzw. sichern muss, aber an sich ist diese Ausdrucksweise falsch. Man kann keine Bitcoin irgendwo abspeichern, denn Bitcoin verlassen niemals das Netzwerk. Es handelt sich also um etwas anderes, das sicher aufbewahrt werden muss.

Jede öffentliche Adresse (Public Adress) im Bitcoin-Netzwerk (diese kann Transaktionen versenden oder empfangen) besitzt einen Art „Kontostand“. Dieser Kontostand beinhaltet alle Transaktionen die auf dieser Adresse eingingen bzw. abgingen. Die Differenz daraus ergibt ein Guthaben also bspw. 1,5 BTC. Dieses Guthaben der öffentlichen Bitcoin-Adresse kann von jedem ohne Einschränkungen eingesehen werden, der den öffentlichen Schlüssel besitzt. Dies ist vergleichbar mit einer Kontonummer zu einem Bankkonto, auf dem alle Transaktionen sichtbar sind, aber pseudonymisiert, denn niemand kann die genauen Empfänger und Sender einsehen.

Zu jeder dieser öffentlichen Adressen existiert ein privater Schlüssel (Private Key). Der Besitzer dieses privaten Schlüssels besitzt die Erlaubnis, Transaktionen mit der dazugehörigen öffentlichen Adresse zu tätigen, also Bitcoin zu transferieren. Der private Schlüssel ist so gesehen das Zugangspasswort für das Guthabenkonto mit Bitcoin. Und jetzt kommt der wichtigste Punkt zum Thema Sicherheit: nur der Besitzer dieses privaten Schlüssels kann auf das Guthaben der öffentlichen Adresse zugreifen. Bedeutet, wenn dieser private Schlüssel verloren geht oder entwendet wird, gibt es entweder keinen Zugriff mehr auf die öffentliche Adresse bzw. das Guthaben oder eine andere Person hat ab sofort hat den Zugriff auf diese Adresse.

Der private Schlüssel ist das wichtigste Element beim Thema Sicherheit, aus diesem Grund geht es nicht darum seine Bitcoin zu sichern, sondern den privaten Schlüssel zu seiner Bitcoin-Adresse so sicher wie möglich aufzubewahren. Die privaten Schlüssel werden in sogenannten Wallets, vorstellbar wie Brieftaschen, aufbewahrt. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten die sich insbesondere in der Flexibilität und Sicherheit unterscheiden.

Die sichere Aufbewahrung der eigenen privaten Schlüssel besitzt die höchste Bedeutung beim Thema Sicherheit. Denn bei Verlust dieses Schlüssels gibt es keine Bank, keine Versicherung und keine andere technologische Möglichkeit diesen wiederherzustellen, das Bitcoin-Guthaben ist auf ewig verloren. Zudem werden diese private Keys sehr selten von Kriminellen gestohlen. Es passiert wesentlich häufiger, dass die Besitzer diese verlieren oder ganz einfach nicht mehr finden können. Aus diesem Grund ist die sichere Aufbewahrung ein wichtiges Thema, mit dem sich jeder Einzelne beschäftigen muss.

Die privaten Schlüssel im eigenen Besitz

Neben der Möglichkeit die privaten Schlüssel und somit die Bitcoin-Guthaben selbst aufzubewahren gibt es noch die Variante, dass Plattformen die privaten Schlüssel abspeichern. Dies ist bspw. der Fall, wenn man über eine Exchange Bitcoin kauft und diese die Bitcoin-Guthaben für ihre Nutzer in einer Wallet aufbewahrt. Die Nutzer haben auf ihr Guthaben Zugriff, in dem sie sich mit ihren Nutzerdaten (meist E-Mail-Adresse und Passwort) einloggen und können dadurch anschließend Transaktionen durchführen.

Wenn man dieses Konstrukt genauer betrachtet, wird schnell deutlich, welche Gefahr dahinter steckt: Die Plattformen sind im Besitz der privaten Schlüssel für die Bitcoin-Adressen ihrer Nutzer und diese greifen über ihre Nutzerdaten darauf zu. Das bedeutet, kein Nutzer besitzt die eigenen privaten Schlüssel wirklich und alle vertrauen darauf, dass die Plattform sich korrekt verhält.

Nur wenn man im eigenen Besitz des privaten Schlüssels ist, hat man komplette Kontrolle über das eigene Bitcoin-Guthaben.

Die Plattformen fungieren dabei quasi als Banken wie im aktuellen Finanzsystem: sie speichern die Guthaben ihrer Nutzer an einem Ort, sie besitzen die volle Kontrolle über die Guthaben und es besteht die Gefahr von Missbrauch.

Jeder Nutzer von Bitcoin, der seine Guthaben auf Plattformen wie Exchanges online im Netz speichert, bringt seine Guthaben selbst in Gefahr. Die zentrale Speicherung der privaten Schlüssel einiger wenigen Adressen auf den Server der Plattformen, machen diese zu einem perfekten Angriffspunkt für Kriminelle. Zudem haben die Plattformen die volle Kontrolle über die Guthaben und können bspw. den Zugriff darauf sperren oder im schlimmsten Fall diese entwenden.

Dies bedeutet, dass jeder Bitcoin-Nutzer seine privaten Schlüssel immer selbst aufbewahren muss, um diese Gefahren zu verhindern sowie die Vorteile von Bitcoin auch wirklich zu nutzen. Denn gibt man seine privaten Schlüssel an externe Plattformen ab, dann besitzt man seine Bitcoin gewissermaßen nicht.

Not your keys, not you Bitcoin.

Die unzähligen Berichte von kriminellen Angriffen und Diebstählen von Bitcoins basieren immer auf Angriffen auf Plattformen wie Exchanges, die Bitcoin-Guthaben für ihre Nutzer speichern. Dabei erlangen die Angreifer Zugriff auf die privaten Schlüssel der Bitcoin-Adressen und können sie dadurch die Guthaben selbst zu senden. Deshalb gilt der Grundsatz: niemals die privaten Schlüssel (die Bitcoin-Guthaben) auf externen Plattformen liegen lassen, sondern diese umgehend auf ein eigenes Wallet transferieren, auf das nur ihr Zugriff habt.

Was sind Bitcoin-Wallets?

Der wichtigste Punkt aus den vorherigen Abschnitten ist: Sichere deine privaten Schlüssel selbst! Aber wie geht man dabei vor? Zunächst schauen wir uns einmal an was Bitcoin-Wallets sind und was man unter dem sogenannten Recovery Seed versteht.

Welche Funktionen haben Wallets?

Bitcoin-Wallets sind eine Art Brieftasche mit denen ein Nutzer Bitcoin-Adressen (Public Adresses) im Netzwerk erstellen kann. Gleichzeitig wird für diese Adressen die dazugehörigen privaten Schlüssel (Private Keys) erzeugt und abgespeichert.

Außerdem kann der Besitzer des privaten Schlüssels mit dieser Bitcoin-Adresse Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk tätigen. Es können also Bitcoin gesendet und empfangen werden und das Wallet zeigt ebenfalls den „Kontostand“ der Bitcoin-Adresse an. Die wichigste Funktion ist aber die möglichst sichere Aufbewahrung der privaten Schlüssel.

Wallets sind meist Software oder Apps und gibt es in unterschiedlichen Varianten, die ich im weiteren Verlauf dieses Textes genauer beleuchten werde. Die grundsätzliche Funktionsweise ist aber bei allen gleich: Die Erstellung einer Bitcoin-Adresse im Netzwerk mit dazugehörigem privaten Schlüssel und dessen Speicherung.

Was ist ein Recovery Seed?

Bei jeder Erstellung eines neuen Wallets generiert die Wallet-Software eine sogenannte Seed Recovery. Dies ist eine Liste zufällig generierter Wörter, die mit dem Wallet einmalig verknüpft ist. Diese Liste mit Wörtern enthält alle Informationen zur Wiederherstellung des Bitcoin-Wallets und damit auch dessen Bitcoin-Adressen sowie privaten Schlüsseln.

Löscht man oder verliert man das Wallet, kann man mit dieser Liste das Wallet wiederherstellen. Aus diesem Grund muss dieser generierte Seed direkt bei der Erstellung mit der richtigen Reihenfolge der Wörter notiert und anschließend sicher aufbewahrt werden.

Beispiel eines Recovery Seed. Die Anzahl der Wörter kann variieren und die Liste muss sicher aufbewahrt werden.

Da auch hier gilt, dass der Besitzer des Seed das Bitcoin-Wallet wiederherstellen kann, ist es genauso wichtig, dieses sicher und ohne Zugriff von außen aufzubewahren. Wichtig ist es, den Seed offline zu speichern, also bspw. nicht einem Worddokument, da es sonst bei Angriffen von außen oder durch  Schadsoftware entwendet werden könnte. Beim Notieren auf ein Blatt Papier, ist es wichtig darauf zu achten, dass das Dokument auch vor äußerer Gewalt wie Feuer oder Wasser geschützt ist. Dazu kann es sinnvoll sein, dass Dokument in einem Tresor aufzubewahren oder den Seed an unterschiedlichen Orten aufgeteilt bzw. mehrmals zu lagern. Eine weitere Möglichkeit ist, den Recovery Seed in eine Metallplatte eingravieren zu lassen, um einen weiteren Schutz zu ermöglichen.

Der Zugriff auf die Wallets wird meist noch durch ein weiteres nutzergeneriertes Passwort geschützt. Das bedeutet, die Möglichkeit, um eine Transaktion mit einem Wallet durchzuführen ist mit zwei Varianten geschützt: dem Besitz des privaten Schlüssels und dem generierten Passwort.

Der Seed des Wallets ist beinahe genauso wichtig wie der private Schlüssel. Aus diesem Grund gilt auch hier der Sicherheit die größte Bedeutung beizumessen. Denn theoretisch würde es schon ausreichen sich den Seed nur zu merken, um ein Bitcoin-Wallet wiederherzustellen. Dies führt dazu, dass man mit einer Liste von zufälligen Wörtern ein riesiges Guthaben an Bitcoin im Kopf transportieren könnte. Diese Variante ist natürlich nicht zu empfehlen, aber zeigt welche Möglichkeiten hinter Bitcoin stecken.

Welche Walletarten gibt es?

Nun existierten unterschiedliche Varianten an Wallets in denen man die privaten Schlüssel speichern kann. Alle besitzen verschiedene Eigenschaften und unterscheiden sich bei der Sicherheit, der Flexibilität, der Handhabung und auch beim Preis der Anschaffung.

Wie auch bei der Aufbewahrung von unserem (Fiat-)Geld, gibt es für jede Situation und jedes Anwendungsgebiet verschiedene Varianten. Für das schnelle bezahlen an der Kassen verwenden wir meist Bargeld oder die EC-/Kreditkarte. Beträge für die Miete und andere größere Anschaffungen speichern wir auf dem Bankkonto und größere bzw. langfristigere Vermögen in Immobilien oder Wertspeichern wie Gold. Bei allen Varianten geht es darum, die richtige Mischung zwischen Flexibilität, Sicherheit und Preis zu finden. Das Bargeld im Geldbeutel ist zwar flexibel, aber unsicher, da wir es verlieren können. Der Goldbarren ist zwar sehr sicher, aber unflexibel und teuer bei der Anschaffung bzw. Lagerung.

Auch Bitcoin-Wallets unterscheiden sich in diesen Eigenschaften. Hier sind es dann die Möglichkeiten auf die privaten Schlüssel möglichst einfach zuzugreifen, sie vor Angriffen von außen zu schützen sowie der Anschaffungspreis des Wallets.

Im Folgenden werde ich auf die einzelnen Walletarten und deren Eigenschaften, Vorteile sowie Nachteile detaillierter eingehen.

Hot Storage & Cold Storage

Zunächst lassen sich alle Walletarten in zwei Kategorieren einteilen: in Hot Storage und Cold Storage.

Man kann sich das in etwa so vorstellen: eine Bank hat zwei unterschiedliche Sicherheitsebenen bei der Lagerung von Geld. Zum einen lagert sie einen Teil des Bargeldes direkt am Schalter, bei dem die Mitarbeiter schnellen Zugriff darauf haben und den Kunden ihr Guthaben sofort auszahlen können. Die Gefahr dabei ist, dass ein Bankräuber ziemlich einfach auf dieses Guthaben zugreifen könnte. Die zweite Methode ist, die Lagerung größerer Bargeldmengen in einem gesicherten Tresor. Um an dieses Guthaben zu gelangen, müssen die Bankmitarbeiter eine Anfrage an die Geschäftsleitung stellen und den Tresor mit einem Zugangscode öffnen. Dieser Prozess dauert wesentlich länger, hat aber den Vorteil, dass das Guthaben besser geschützt ist.

Genauso kann man auch Bitcoin-Wallets unterscheiden. Sogenannte Hot Wallets sind mit dem Internet verbunden und besitzen den Vorteil, dass man relativ flexibel darauf zugreifen und Transaktionen ausführen kann. Die Gefahr besteht aber darin, dass ein Angriff von außen möglich ist und die privaten Schlüssel und damit das Guthaben entwendet werden kann. Diese Wallets empfehlen sich also nur, wenn man wirklich flexibel und schnell auf sein Guthaben zugreifen möchte und nur eine geringe Menge an Bitcoin speichert. Meist sind Hot Wallets mit einem Drittanbieter verbunden, bedeutet man muss auch darauf vertrauen, dass dieser gewisse Sicherheitsstandards besitzt und keinen Missbrauch begeht.

Sogenannte Cold Wallets stellen den gesicherten Banktresor dar. Diese Wallets sind nicht dauerhaft mit dem Internet verbunden, sodass niemand von außen darauf zugreifen kann. Die Ausführung von Transaktionen ist wesentlich aufwändiger, dafür ist aber die Aufbewahrung sicherer. Cold Wallets empfehlen sich deshalb für die Speicherung von größeren Bitcoin-Guthaben oder auch langfristigen Investments wie Sparplänen.

Für welche Walletart man sich entscheidet hängt deshalb davon ab, wie groß das Bitcoin-Guthaben ist und wie flexibel man darauf zugr,eifen möchte. In den nächsten Abschnitten betrachten wir die einzelnen Walletarten nun genauer.

Hot Wallets

Zunächst betrachten wir uns die Hot Wallets, also alle Wallets die dauerhaft mit dem Internet verbunden sind oder bei denen die privaten Schlüssel bei einem externen Dienstleister gespeichert werden. Bei diesen Walletarten ist sehr empfehlenswert keine größeren Beträge abzuspeichern, sondern nur kleinere Beträge für alltgägliche Transaktionen.

Online/Web Wallets

Bei einer Online/Web Wallet werden die privaten Schlüssel von einem externen Dienstleister oder einer Plattform aufbewahrt. Dies ist bspw. der Fall, wenn man auf einer Exchange Bitcoin einkauft und diese das Bitcoin-Guthaben auch sichert. Der Nutzer hat dann mit seinem Benutzernamen und seinem Passwort Zugriff auf seine Guthaben. Die Handhabung der Wallets ist meist sehr einfach und kostenlos. Durch die zentrale Verwaltung der privaten Schlüssel erhält man von jedem Ort mit Internetzugang Zugriff auf seine Bitcoin-Guthaben. Die größte Gefahr besteht aber darin, dass man sein Bitcoin-Guthaben nicht wirklich besitzt. Die Plattform ist im Besitz der privaten Schlüssel und hat damit volle Kontrolle auf die Guthaben. Ein Missbrauch oder Diebstahl durch die Anbieter stellt ein großes Risiko dar. Zudem werden die Guthaben der Nutzer zentral auf den Server der Plattformen gespeichert und ergeben dadurch ein zentrales Angriffsziel für Kriminelle, um die Guthaben zu stellen.

Online Wallets sollten nur für den Kauf bzw. Verkauf von Bitcoin und die Speicherung von geringen Mengen verwendet werden. Ansonsten sollten die Bitcoin-Guthaben, also die privaten Schlüssel, so schnell wie möglich auf ein sicheres Wallet transferiert werden.

Sicherheit
20%
Preis
100%
Handhabung
80%
Flexibilität
80%

Mobile Wallets

Bei einer Mobile Wallet werden die privaten Schlüssel auf einem Smartphone gespeichert. Hierfür wird eine kostenlose App heruntergeladen und auf dem Smartphone installiert und anschließend die privaten Schlüssel darauf gesichert. Die privaten Schlüssel werden je nach Wallet-Anbieter nur auf dem Gerät selbst oder auch auf einem Server gespeichert. Der Vorteil der Mobile Wallets ist, dass man sein Bitcoin-Guthaben jederzeit auf seinem Smartphone gespeichert hat und dieses flexibel bspw. zum Bezahlen in Geschäften benutzen kann. Aus diesem Grund lässt sich das Mobile Wallet mit dem klassischen Bargeld oder der EC-/Kreditkarte im Geldbeutel vergleichen. Die Nachteile dieser Variante sind die Gefahr des Verlusts des Smartphones und die ständige Internetverbindung und dem damit verbundenen Risiko eines externen Angriffs.

Das Mobile Wallet "Blockchain". Als App insbesondere für schnelle und flexible Transaktionen geeignet.

Mobile Wallets sollten nur zur Speicherung von kleineren Bitcoin-Beträgen verwendet werden, um damit alltägliche Transaktionen durchzuführen. Das Wallet sollte so behandelt werden wie ein Geldbeutel und nur möglichst geringe Beträge aufbewahren, die bei einem Verlust nicht zu sehr schmerzen.

Sicherheit
30%
Preis
100%
Handhabung
80%
Flexibilität
90%

Desktop Wallets

Bei einem Desktop Wallet handelt es sich um eine Software, die auf dem Computer installiert wird. Mit dieser lassen sich dann Bitcoin-Adressen mit dazugehörigen privaten Schlüssen generieren. Der Vorteil ist, dass das Risiko eines Verlustes oder Diebstahls geringer ist als bei einem Mobile Wallet und man Transaktionen direkt vom Computer aus tätigen kann. Bei Desktop Wallets muss man aber beachten, dass der Computer selbst stets mit dem Internet verbunden ist und somit insbesondere durch Trojaner oder anderer Schadsoftware angegriffen werden kann. Deshalb ist die Sicherung des Computersystems an sich von großer Bedeutung.

Die Generierung von privatem und öffentlichem Schlüssel über das Wasabi Wallet.

Desktop Wallets eignen sich zur Speicherung von mittleren Bitcoin-Beträgen wie bspw. Bitcoin-Sparplänen, bei denen die Guthaben später in sichere Walletarten transferiert werden. In meinem Artikel zur Erstellung eines Bitcoin-Sparplans habe ich das Wasabi Wallet verwendet.

Sicherheit
60%
Preis
100%
Flexibilität
60%
Handhabung
70%

Cold Wallets

Cold Wallets eignen sich weniger für flexible Transaktionen, sondern sind dafür gedacht größere Bitcoinbeträge sicher aufzubewahren, auf die man nicht regelmäßig zugreifen möchte.

Paper Wallets

Bei Paper Wallets werden die Bitcoin-Adresse und der dazugehörige private Schlüssel auf Papier ausgedruckt. Zur Erzeugung der Adresse existieren  unterschiedliche Anbieter, die eine Datei zum Ausdrucken generieren. Diese Datei enthält den öffentlichen Schlüssel zum Empfangen von Transaktionen sowie den privaten Schlüssel, um Transaktionen zu tätigen. Beide Schlüssel sind meist zusätzlich mit einem QR-Code dargestellt, um das Übertragen zu vereinfachen. Die Speicherung der Schlüssel auf einem Blatt Papier ermöglicht die dauerhafte Trennung von einer Internetverbindung und die Schlüssel können relativ einfach gelagert bzw. versteckt werden. 

Paper Wallets besitzen aber auf der anderen Seite einige Nachteile. Auf der ausgedruckten Datei ist der private Schlüssel für jeden einsehbar und kann bspw. abfotografiert werden. Zudem besteht ein hohes Risiko darin, das Stück Papier zu verlieren oder es durch Wasser bzw. Feuer zu beschädigen. Bei der späteren Nutzung der Paper Wallets muss zudem eine weitere Software am Computer/Smartphone generiert werden, um Transaktionen tätigen zu können.

Ein Paper Wallet mit der öffentlichen Adresse (Public Key) und dem privaten Schlüssel (private Key) zusätzlich als QR-Code.

Paper Wallets stellen eine der einfachsten Varianten dar, seine privaten Schlüssel offline aufzubewahren. Es überwiegen aber die Nachteile der schwierigen Handhabung und auch der geringen Flexibilität. Deshalb sind Paper Wallets insbesondere für Einsteiger nicht zu empfehlen.

Sicherheit
90%
Preis
100%
Flexibilität
10%
Handhabung
30%

Hardware Wallets

Bei Hardware Wallets werden die privaten Schlüssel elektronisch auf einer Art USB-Stick gesichert. Die Einrichtung und Verwaltung der Wallets geschieht durch eine Software auf dem Computer, doch die Bitcoin-Adressen sowie privaten Schlüssel werden offline auf dem Gerät erzeugt. Da das Hardware Wallet nicht mit dem Internet verbunden ist, ist auch kein Angriff von außen möglich. Hardware Wallets stellen deshalb aktuell die sicherste Variante der Aufbewahrung von privaten Schlüssen dar. Der Nachteil besteht aber darin, dass Bitcoin-Transaktionen nicht sofort und von überall durchgeführt werden können, da das Hardware Wallet benötigt wird. Zudem fallen bei Hardware-Wallets Anschaffungskosten (ca. 80-150€) an.

Das BitBox02 Bitcoin-only Wallet (Quelle: Hardwarewallets.24.de)

Hardware Wallets stellen aktuell die beste Variante zur sicheren und langfristigen Aufbewahrung der privaten Schlüssel dar. Durch die höheren Beträge die gesichert werden, lohnen sich zudem die Anschaffungskosten. Hierbei ist es wichtig, Hardware Wallets nur im komplett neuen Zustand zu kaufen, da bei Gebrauchtware die Gefahr einer Manipulation durch den Verkäufer besteht.

Sicherheit
90%
Preis
50%
Flexibilität
40%
Handhabung
70%

Was ist nun die beste Variante Bitcoin aufzubewahren?

Tja, das ist jetzt die goldene Frage. Hauptsächlich geht es darum, das für euch einfachste Setup zu finden, mit dem ihr euch wohl und vor allem auch sicher fühlt. Denn ein objektiv sicheres System, das ihr aber nicht versteht und dessen Handhabung kompliziert ist, hilft euch zu Beginn wahrscheinlich nicht weiter.

Aus diesem Grund würde ist es empfehlenswert die Variante je nach der Größe eures Bitcoin-Guthaben zu wählen. Wenn ihr als Einsteiger nur einen kleineren Betrag investiert habt, dann könnt ihr die unterschiedlichen Wallets ausprobieren und schauen, welches am besten zu eurer Situation passt. Wie ihr gesehen habt, sind die Wallets für unterschiedliche Anwendungsbereiche zu empfehlen und unterscheiden sich jeweils nach Sicherheit, Flexibilität, Handhabung und dem Anschaffungspreis.

Vergleich der einzelnen Walletarten: Es zeigt sich, dass die Wallets umso unsicherer werden, desto flexibler sie sind.

Ich persönlich investiere aktuell über einen GetBittr Sparplan in Bitcoin und verwende dazu, wie ich in meinem Artikel dazu bereits geschrieben habe, das Wasabi Wallet als Desktop Wallet. Darauf werden die einzelnen Sparplanbeträge transferiert. Wenn sich ein gewisser Betrag angesammelt hat, dann sende ich dieses Guthaben an ein Hardware Wallet, um das Guthaben langfristig und sicher zu speichern. Diese Kombination habe ich durch Recherche zum Thema Sparplan bzw. den Kontakt mit anderen Twitternutzer gefunden und fühle mich damit aktuell sehr wohl.

Beachtet aber, insbesondere bei Hardware Wallets, dass diese auch nur sicher sind, wenn ihr damit gewissenhaft umgeht und die richtig Vorkehrungen trefft. Denn es geht darum, dass ihr den Recovery Seed und auch das Hardware Wallet sicher aufbewahrt. Ohne diese Voraussetzungen bietet auch das beste Hardware Wallet keine Sicherheit, denn eure Seed könnte gestohlen werden oder ihr verliert diese einfach. Mit dem falschen Verhalten ist ein Hardware Wallet genauso unsicher wie ein Mobile Wallet auf eurem Smartphone.

Ansonsten gilt es die üblichen Sicherheitshinweise beim Umgang mit den Bitcoin Wallets zu beachten:

  • Passwort-Generator nutzen und zufällige Passwörter generieren lassen
  • Wallets mit starkem Passwort schützen
  • keine Listen von Passwörtern oder den Recovery Seed im Internet/in der Cloud speichern

Zum Abschluss kann ich nur nochmals darauf hinweisen, wie wichtig das Thema Sicherheit und Aufbewahrung bei Bitcoin ist, denn mit der Freiheit sein Guthaben selbst zu verwalten, kommt eben auch eine hohe Verantwortung. Niemand möchte seine Bitcoin Guthaben durch Faulheit oder Leichtsinnigkeit verlieren und dadurch ein möglicherweise lebensveränderndes Investment zerstören.

Weiterführende Quellen

Artikel

 
 
Videos

 
Podcasts
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.