Stock-to-Flow Modell mit Bitcoin I – Wieso ist Gold so wertvoll?

Wieso hat Bitcoin überhaupt einen Wert und was macht es zum neuen digitale Gold? Und was ist das Stock-to-Flow Modell mit dem man den Wert und möglicherweise auch den Preis von Bitcoin bestimmen kann. Um diese Frage soll es in dieser kleinen Artikelreihe gehen.

Um aber dahin zu kommen, müssen wir etwas weiter hinten in das Thema einsteigen. Wieso haben Güter und Edelmetalle überhaupt einen Wert und worin speichern wir Menschen eigentlich unser „Geld“ wenn wir es über einen längeren Zeitraum sichern wollen? Dazu geht es im ersten Teil darum wie unser Geld entstanden ist und wieso wir Edelmetalle wie Gold als wertvoll ansehen.

Die Evolution des Geldes

Um zu verstehen wieso Bitcoin einen Wert besitzt muss man zunächst verstehen wie Geld überhaupt funktioniert und wie sich Geld in unserer Menschheitsgeschichte entwickelt hat. Dadurch lässt sich ziemlich schnell erkennen, welche Eigenschaften für ein Gut als Zahlungsmittel bzw. Wertspeicher besitzen muss. 

 

Im Folgenden werde ich aber die Geschichte des Geldes nur umreißen und die wichtigsten Punkte erläutern. Wer mehr über die Funktion und die Evolution unseres Geldes lesen möchte, dem empfehle ich das Essay „Shelling Out: The Origins of Money“ von Nick Szabo und auch den Klassiker „The Bitcoin Standard“ von Saifedean Ammous. Beide beschreiben die Entwicklung des Geldes sehr detailliert.

 

Aber wie hat jetzt eigentlich alles begonnen?

Die einfachste Form des Wertaustausches: der Handel. Hier: der Bäcker tauscht mit dem Schneider.

Zu Beginn verwendeten die Menschen die einfachste Form des Wertaustausches: das Handeln. Der Bäcker tauschte sein Brot gegen eine neue Hose, der Schneider eine Hose gegen einen Holzstuhl und so weiter. Dies funktionierte aber natürlich nur zu einem begrenzten Ausmaß, da es zu vielen Problemen kommen kann. Was macht der Bäcker, wenn der Schneider gerade kein Brot benötigt? Wie soll der Bäcker sein Brot für eine größere Anschaffung „sparen“, wenn es nur eine bestimmte Zeit haltbar ist? Wie soll der Tischler mehrere schwere Stühle transportieren, wenn Fische von einem weiter entfernten Fischer haben möchte?

Die Erfindung der Tauschmittel

Es benötigt ein Tauschmittel, um diesen Handel zwischen Menschen, die sich auf die Produktion von bestimmten Gütern spezialisiert haben, einfacher und effizienter zu gestalten. Und hier kommt unser bekanntes Geld als Tauschmittel ins Spiel. Denn unser Geld ist ein Gut bzw. Produkt, dass 1) nicht gekauft wird, um es zu konsumieren oder 2) zur Herstellung von anderen Produkten verwendet wird. Die Hauptaufgabe von Tauschmitteln wie Geld besteht darin, für andere Güter bzw. Produkte eingetauscht zu werden, sodass man es einfach und schnell in Dinge umwandeln kann die man benötigt.

Die Menschen verwendeten unterschiedliche Objekte als Tauschmittel: Steine, Muscheln oder Perlen.

Was die Menschen schlussendlich als Geld verwendeten, spielte keine größere Rolle, denn es kommt nur darauf an was die Menschen untereinander als Tauschmittel akzeptieren. In unserer Geschichte gab es schon unzählige Formen von Geld wie Muscheln, Steinen, Zigaretten, Salz, Gold, Silber oder wie heutzutage unser vom Staat ausgegebenes (Papier-)Geld.

 

Die Form des Tauschmittels wurde häufig durch geographische oder historische Einflüsse bestimmt. Bspw. wurden auf einigen abgelegenen Inseln in der Südsee besondere Steine verwendet, die man nur finden konnte.

 

Wieso Bananen kein guter Wertspeicher sind

Jede Form hatte aber ihre Vor- und Nachteile, denn Saifedean Ammous beschreibt in seinem Buch „The Bitcoin Standard“ drei Funktionen die ein Zahlungsmittel besitzen muss:

 

1)    Das Zahlungsmittel muss in kleinere Einheiten geteilt bzw. in größere Einheiten gruppiert werden können

2)    Das Zahlungsmittel muss über eine räumliche Entfernung einfach transportierbar sein

3)    Das Zahlungsmittel muss seinen Wert über einen längeren Zeitraum halten können

 

Die ersten beiden Punkte können von vielen Dingen erfüllt werden. Denn auch eine Muschel kann bspw. einfach in kleinere oder mehrere Einheiten zerlegt bzw. gruppiert werden und sie ist zudem über weitere Strecken relativ leicht transportierbar. 

 

Die Funktion seinen Wert über einen längeren Zeitraum zu halten, um dadurch als ein Wertspeicher zu dienen, besitzen dagegen nur wenige Dinge. Denn dazu muss es zunächst einmal über lange Zeit haltbar sein, denn organische Produkte wie Bananen oder Holz verrotten nach einer bestimmten Zeit und sind dadurch nicht dafür geeignet.

Die drei Funktionen eines Tauschmittels: Teilbarkeit, Transportierbarkeit und Haltbarkeit.

Darüber hinaus muss ein Gut nur in einer begrenzten Menge vorhanden und schwierig herzustellen sein. Aber wieso sind das wichtige Voraussetzungen? Nehmen wir einmal an, du siehst Steine als ein gutes Tauschmittel und Wertspeicher an. Es existieren große bzw. kleine Steine, man kann also mit unterschiedlichen Einheiten handeln, man kann sie relativ einfach transportieren und sie sind über eine längere Zeit haltbar. Das Problem ist aber, dass jeder Mensch einfach weitere Steine in unterschiedlichen Größen sammeln kann und es existiert eine riesige Menge davon auf unserer Erde.

 

Wenn sich die Menschen nun darauf einigen, Steine als Zahlungsmittel zu verwenden, wird es relativ schnell dazukommen, dass Menschen damit beginnen einfach mehr Steine zu sammeln, um damit Produkte zu kaufen. Und da niemand weiß wie viele Steine auf der Erde existieren, werden diese langsam immer weniger wert.  

 

Wie du siehst sind nicht alle Objekte die die drei Funktionen von Geld besitzen auch dafür geeignet. Denn die Seltenheit eines Gutes spielt eine sehr große Rolle. Das Phänomen sieht man ebenfalls bei unserem aktuellen Geld, dass vom Staat ausgegeben wird. Wenn die gesamte Geldmenge nicht begrenzt ist, dann verliert das Geld langsam an Wert.

 

Wieso Seltenheit aber nicht der wichtigste Punkt ist

Wir haben gesehen, dass es von großer Bedeutung ist, dass ein Gut oder ein Rohstoff nur in einer begrenzten Menge vorhanden ist, um über eine längere Zeit einen Wert zu speichern. Aber die Seltenheit oder Knappheit ist immer noch nicht die wichtigste Eigenschaft, sondern weit wichtiger ist es, wie einfach es hergestellt bzw. gefördert werden kann.

 

Schauen wir uns dafür zunächst einmal an wie Seltenheit definiert wird. Es wird meistens als etwas „in kleiner Zahl vorkommend“, „nicht oft“ oder „nicht häufig“ beschrieben. Bedeutet ein Objekt, ein Gut oder ein Produkt ist nur in einer begrenzten, geringen Menge existent und nicht unendlich vorhanden.

 

Verständlicher wird es, wenn man eine weitere Definition betrachtet: Nick Szabo definiert Seltenheit in seinem Essay „Shelling Out“ als „unforgeable costliness“. Das bedeutet übersetzt so viel wie „unverfälschbarer Kostenaufwand“. Was meint er damit? Aus seiner Sicht erhalten Objekte oder Güter eine Seltenheit durch ihre Kosten der Herstellung oder der Förderung. Ein Gut ist also dann selten und wertvoll, wenn es aufwändig und teuer ist es herzustellen bzw. zu fördern.

Die Förderung von Gold ist sehr aufwändig: Vorkommen finden, Gold fördern und verarbeiten.

Nehmen wir als Beispiel einmal Holz- und Goldmünzen. Für die Holzmünzen muss ein gewisser Aufwand betrieben werden, um sie herzustellen: man muss Bäume pflanzen, diese fällen und dann das Holz in Münzen verarbeiten. An sich ist dies ein relativ einfach Prozess, zu dem kann man Bäume immer wieder neu anpflanzen. Um Goldmünzen herzustellen muss im Vergleich dazu ein wesentlich höherer Aufwand eingesetzt werden. Es müssen Goldvorkommen in der Erde entdeckt, dann tief aus der Erde gefördert werden und anschließend muss man es schmelzen, um daraus Münzen herzustellen. 

 

Es spielt eben nicht nur die Seltenheit eines Gutes eine Rolle, sondern vor allem wie aufwändig es ist es herzustellen bzw. fördern. Deshalb besitzen insbesondere Edelmetalle wie Gold, Silber, Kupfer oder aber auch Diamanten eine so hohen materiellen Wert. Sie sind alle nur in einer begrenzten Menge in unserer Erde vorhanden, man kann sie nicht (oder nur schwer) chemisch herstellen und es ist sehr aufwändig sie zu fördern. 

 

Jetzt zeigt sich aber, dass auch diese Rohstoffe unterschiedlich bewertet werden, also verschiedene Marktpreise besitzen. Denn für uns ist ein Kilogramm Gold wesentlich mehr wert als ein Kilogramm Kupfer.

Die Marktwerte unterschiedlicher Edelmetalle und Diamanten. Gold ist mit Abstand Spitzenreiter.

Die Unterschiede zwischen den Marktwerten der einzelnen Edelmetallen bzw. Diamanten sind teilweise riesig und Gold hat einen großen Vorsprung. Es muss also neben der Seltenheit und dem hohen Aufwand der Förderung noch eine weitere Eigenschaft geben, die diese Unterschiede beeinflusst. 

 

Und diese gibt es. Man muss zusätzlich beachten wie schnell die Güter gefördert werden können. Dafür betrachtet man, wie groß die Menge ist, die pro Jahr gefördert wird.

 

 

Das klingt jetzt alles ein wenig kompliziert, aber es gibt dafür ein simples Modell, namens Stock-to-Flo Modell, das alles verständlicher erläutert. Deshalb schauen wir uns das direkt einmal an.

 

Was ist das Stock-to-Flow Modell?

Das sogenannte Stock-to-Flow Modell stammt ursprünglich aus der Rohstoff-Analyse, um den Wert eines physischen Gutes zu quantifizieren, also einen Wert zu berechnen. Um es einfach zu erklären möchte ich zunächst mit der Definition von Stock bzw. Flow starten.

 

Stock = ist der aktuelle Bestand bzw. die Vorräte eines physischen Gutes die bereits gefördert worden sind

 

Ein Beispiel: Aktuell gibt es ca. 190.000 Tonnen an Gold, dass bereits aus der Erde gefördert wurde. Ganz einfach einfach gesagt zählt hierzu alles Gold, dass an die Erdoberfläche gebracht wurde. 

 

Flow = ist die Menge des physischen Gutes, die jährlich gefördert bzw. erstellt wird. 

 

Ein Beispiel: Aktuell werden jährlich ca. 3.500 Tonnen „neues“ Gold gefördert und an die Erde gebracht. Bedeutet jedes Jahr steigt der Gesamtbestand (Stock) an Gold auf der Erde um ca. 3.500 Tonnen.

 

Diese zwei Menge sind die einzigen Daten die für die Berechnung benötigt werden. Was kann man damit nun berechnen? Mit diesen Daten kann man nun für jedes einzelne Gut die sogenannte Stock-to-Flow-Ratio (SF) berechnen. Dies funktioniert nach dieser einfachen Formel:

 

SF = Stock / Flow

 

Die aktuelle Gesamtmenge auf der Erde (Stock) wird einfach durch die jährliche Fördermenge (Flow) geteilt. Als Beispiel nehmen wir jetzt nochmal Gold:

 

Gesamtbestand von Gold (Stock): 190.000 Tonnen

Jährliche Fördermenge von Gold (Flow): 3.500 Tonnen

 

Dann setzen wir die Daten einfach in die vorherige Formel ein:

 

SF Gold = 190.000 Tonnen / 3.500 Tonnen ≈ 54. Gold besitzt also eine Stock-to-Flow-Ratio von 54.

 

Was sagt die SF-Ratio nun genau aus?

Das Verhältnis von der Gesamtmenge zur jährlich geförderten Menge sagt nun aus, wie viele Jahre benötigt werden, um die aktuelle Gesamtmenge zu fördern. Beim Beispiel von Gold wären dies 54 Jahre, um die Gesamtmenge von 190.000 Tonnen zu fördern. Man nimmt es auch als Indikator für die „Härte“ eines Geldes, also wie sicher eine Geldform als Wertspeicher für einen längeren Zeitraum. Wieso genau das ein Indikator ist, beschreibe ich gleich noch genauer.

 

Darüber hinaus lässt sich berechnen um wieviel Prozent sich die Gesamtmenge pro Jahr erhöht:

 

Zunahme der Gesamtmenge pro Jahr = (Flow/Stock)*100

 

Wir nehmen wieder das Beispiel Gold:

 

Zunahme der Gesamtmenge pro Jahr = (3.500 Tonnen/190.000 Tonnen)*100 ≈ 1,8%

 

Das bedeutet die Gesamtmenge an Gold auf der Erde nimmt pro Jahr um 1,8% zu.

 

Jetzt fragst du dich sicherlich, wofür das jetzt alles gut sein soll und wir das überhaupt brauchen. Dazu komme ich gleich, um den Zusammenhang zu verstehen muss man sich im nächsten Schritt die Daten der anderen Güter im Vergleich zu Gold mal genauer anschauen.

 

Wieso hat Gold mit seiner SF-Ratio einen Vorteil?

Dazu schauen wir uns einfach mal die SF-Ratios von anderen Edelmetallen sowie Diamanten an.

Vergleich von Stock, Flow, SF-Ratio und jährliche Zunahme von Edelmetallen sowie Diamanten.

Wie man erkennt hat Gold mit 54 die höchste SF-Ratio, gefolgt von Diamanten mit 19. Silber, Palladium und Platin liegen mit wesentlich geringeren Werten auf den hinteren Plätzen. 

 

Das zeigt deutlich, dass die jährliche Zunahme der Gesamtmenge bei Gold und Diamanten im Verhältnis zu den anderen Gütern wesentlich geringer ist, bedeutet die Menge erhöht sich pro Jahr im Vergleich zur Gesamtmenge nur geringfügig. Bei Palladium und Platin übersteigt die jährlich geförderte Menge die bestehende Gesamtmenge. Heißt die geförderte Menge wird direkt weiter verarbeitet und es sammelt sich kein größerer Bestand auf der Erde davon an.

 

Was hat die geförderte Menge mit dem Wertspeicher zu tun?

Um es nochmal kurz zusammenzufassen: Damit ein Gut ein guter Wertspeicher ist, darf es nur in einer begrenzten Menge vorhanden und schwierig herzustellen sein, zudem darf die jährliche Zunahme des Bestands nur gering sein. Aber wieso muss das so sein?

 

Hierfür müssen wir ganz kurz darauf schauen wie Märkte bzw. das Marktgleichgewicht funktionieren. Auf der einen Seite gibt es immer ein Angebot, also Personen die ein Gut oder Produkt zu einem bestimmten Preis verkaufen möchten. Auf der anderen Seite gibt es eine Nachfrage, Menschen wollen diese Güter bzw. Produkte kaufen und sind bereit dafür einen gewissen Preis zu bezahlen. Der Preis auf den sich dann die beiden Seiten einigen, ist der aktuelle Marktpreis.

 

Nehmen wir als Beispielsprodukt nun einfach mal Bananen: Wenn die Nachfrage nach Bananen steigt, aber gleichzeitig die angebotene Menge an Bananen gleich bleibt, dann muss sich etwas anpassen und das ist der Preis. Da die Nachfrage nach Bananen das Angebot an vorhandenen Bananen übersteigt, können die Händler die Preise erhöhen, es kommt zu einem Preisanstieg.

 

Die drei Komponenten des Marktes. Ändert sich eine Seite, muss sich eines der anderen ebenfalls ändern.

Man kann sich also ganz einfach merken: Wenn sich einer der beiden Seiten (Angebot oder Nachfrage) verändert, dann muss sich auf der Gegenseite ebenfalls etwas ändern. Nämlich entweder die Höhe des Angebots bzw. Nachfrage oder eben der Preis.

 

Was bedeutet das nun für einen Wertspeicher wie bspw. Silber? Silber hat eine aktuellen Gesamtmenge von ca. 71.000 Tonnen, eine jährliche Fördermenge von 25.000 Tonnen und damit eine SF-Ratio von ca. 3. Bedeutet die jährlich geförderte Menge ist im Vergleich zum Gesamtbestand relativ hoch.

 

Auf der einen Seite gibt es das Angebot der Unternehmen die Silber fördern sowie Menschen die ihre Silberbestände auf den Märkten verkaufen möchten. Auf der anderen Seite gibt es eine Nachfrage von Menschen, die Silber als Wertspeicher kaufen möchten und Unternehmen die es zur Produktion benötigen.

Wenn nun mehrere Menschen auf die Idee kommen eine große Menge an Silber anzusparen, da sie es als guten Wertspeicher ansehen, wird Folgendes passieren: Dadurch, dass mehr Menschen beginnen das Silber einfach nur zu lagern und nicht zu handeln, verringert sich das Angebot auf dem Markt. Wie wir vorher gesehen haben, muss sich dadurch auf der Gegenseite des Marktes etwas ändern. Da wir davon ausgehen können, dass die Nachfrage gleich bleibt oder sogar steigt, da jetzt mehr Menschen Silber kaufen möchten, muss der Preis gleichzeitig ansteigen. 

 

Diesen Preisanstieg bemerken natürlich auch die Unternehmen, die Silber aus der Erde fördern und denken sich „Wenn wir jetzt mehr Silber fördern, dann können wir es ja jetzt zu einem höherer Preis verkaufen!“. Dann beginnen sie ihre Förderleistung zu erhöhen und erhöhen dadurch wiederum das Angebot von Silber auf dem Markt. Durch Angebotserhöhung und der gleichbleibenden Nachfrage muss der Preis wieder fallen. Da aber durch die erhöhte Förderung das Angebot dann irgendwann die Nachfrage übersteigen wird, wird der Preis noch weiter fallen, noch unter den Marktpreis, bei dem die Menschen begonnen hatten Silber als Wertspeicher zu lagern.

 

Was bedeutet das nun für die Menschen die ihr Erspartes in Silber angelegt hatten? Durch den Preisanstieg zu Beginn haben sie sich natürlich gefreut, da ihr Silber nun mehr wert war und sie haben möglicherweise noch weiter Silber eingekauft, da sie von weiterem Preisanstieg ausgingen. Die erhöhte Förderung von Silber durch die Unternehmen ließ dann aber den Preis wieder sinken und durch die „Überschwemmung“ des Marktes mit viel mehr Silber sank der Preis noch viel weiter als zuvor. Im Umkehrschluss verloren die Menschen durch den Kauf Silber Geld und eine großen Teil ihres Ersparten. Diesen Prozess nennt man auch „Easy Money“-Falle.

 

Die vier Phasen der "Easy Money"-Falle bei der Entscheidung Silber als Wertspeicher zu nutzen.

Aus diesem Grund sind Palladium, Platin und Silber so schlechte Wertspeicher, da man ihre Produktionsmenge sehr schnell erhöhen kann, wenn die Menschen beginnen es Anlage zu sehen und dadurch die Preis ansteigen. Dadurch kann die SF-Ratio der genannten auch nie nach oben gehen, da sie in diesem Kreislauf gefangen sind und sich der Bestand im Vergleich zur geförderten Menge nie entscheidend vergrößern kann.

Wieso Gold deshalb ein so guter Wertspeicher ist

Gold besitzt im Gegensatz zu den anderen Edelmetallen mit 54 die große SF-Ratio. Das  hat den großen Vorteil, dass dessen jährliche Produktionsmenge nur einen geringen Anteil an der Gesamtmenge ausmacht und somit der Markt nicht schnell mit neuem Angebot überschwemmt werden kann. Zudem wird Gold nur zu einem ganz kleinen Teil in der Industrie verbraucht und es kann nicht zerstört werden. Das führt dazu, dass beinahe alles Gold das jemals gefördert wurde, immer noch auf unserer Erde existiert und die Gesamtmenge deshalb so hoch ist.

 

Wenn wir uns nochmal das Beispiel mit Silber aus dem letzten Abschnitt ansehen wird deutlich wieso Gold also so wertvoll angesehen wird. Die Menschen beginnen dieses Mal Gold als Wertspeicher anzusehen und lagern es. Das Angebot sinkt, die Nachfrage bleibt gleich bzw. steigt sogar an, dadurch wird sich auch der Preis erhöhen. Im Gegensatz zu Silber kann aber das Angebot durch die Minenbetreiber nicht so stark erhöht werden, denn selbst wenn sie ihre Produktion verdoppeln, macht dies nur einen Anteil von ca. 3% an der Gesamtmenge aus. Dies hat einen sehr geringen Einfluss auf das Angebot und somit auch auf den Preis. Der Preis wird eher noch weiter ansteigen, da sich das Angebot immer weiter reduziert, aber die Nachfrage immer weiter steigt, wenn immer mehr Menschen Gold als Wertspeicher ansehen.

 

Die "Easy Money" -Falle bei Gold funktioniert nicht: Die geförderte Menge ist im Vergleich zu gering.

 

Das ist der Grund wieso wir Gold als so wertvoll ansehen. Es liegt nicht an dem glitzernden Aussehen oder daran dass wir es in der Industrie verwenden, es liegt daran, dass es sehr schwierig zu fördern ist und die Gesamtmenge über mehrere tausend Jahre stabil groß geblieben ist und auch bleiben wird.

 

Es zeigt sich, dass die Menschen in der Geschichte sich immer weiter Richtung des „härtesten“ Wertspeicher bewegt haben. Zuvor gab es schon Kupfermünzen oder Silberstücke, aber mit der Zeit wurde es denn Menschen klar, dass diese nicht geeignet sind, um längere Zeit als Wertspeicher zu dienen. Deshalb sind sie immer weiter zum nächsten Medium gewandert. Bis zum aktuellen Zeitpunkt haben sie ihren „härtesten“ und besten Wertspeicher in Form von Gold gefunden. Es ist relativ einfach zu transportieren, man kann es teilen und man kann durch die höchste Stock-to-Flow-Ratio über einen längeren Zeitraum Werte sichern.

 

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, was das alles mit Bitcoin zu tun hat? Das kann ich verstehen, aber diese Grundlage ist sehr wichtig dafür, um den Wert von Bitcoin zu verstehen, denn nicht umsonst wird Bitcoin auch als „digitales Gold“ bezeichnet. 

 

Im zweiten Teil beschäftigen wir uns dann mit Bitcoin als Wertspeicher und beantworten die Fragen wieso Bitcoin vielleicht noch besser ist als Gold und ob es sich auch in das Stock-to-Flow Modell eingliedern lässt. Zudem gibt es die Antwort darauf, wieso du aktuell immer noch sehr früh mit Bitcoin dran bist.

 

Wenn du noch mehr über Bitcoin erfahren möchtest, dann findest du auf meiner Seite noch weitere Artikel und Listen zu meinen Top-Podcasts, den besten ArtikelnBüchern und Videos zum Thema Bitcoin. 

 

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Weiterführende Quellen

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