Die 5 Phasen meiner (wirklichen) Entdeckung von Bitcoin

„Jeder Experte beginnt als Anfänger.“

Mit diesem Gedanken würde ich meinen ersten „wirklichen“ Blogbeitrag beginnen. Um eines zunächst klarzustellen: ich bezeichne mich selbst nicht als Experte, ich versuche aktuell so viel wie möglich rund um das Thema Bitcoin zu lernen.

Aber jeder fängt ja beim Thema Kryptowährungen irgendwo an: beim Investieren, beim Traden, bei der Technologie etc, aber am Ende kommen alle irgendwie am gleichen Ende raus – Bitcoin.

In diesem Artikel beschreibe ich euch mal meinen Weg, wie ich das Thema Bitcoin vor knapp 2 1/2 Jahren entdeckt habe, bis zum Aufbau dieses Blogs. Am Ende gibt es noch ein paar Gedanken von mir dazu, was ich gerne früher gewusst hätte und wie in Zukunft Einsteiger besser sowie schneller über das Thema Bitcoin lernen könnten.

Phase #1: Wie hat alles begonnen?

Manchmal frage ich mich selbst noch: wann habe ich das erste Mal von Bitcoin gelesen? Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern. Angefangen hat es aber vor knapp 2 1/2 Jahren, als ich zu Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge recherchierte. Dabei muss ich wohl auf einen Artikel oder ähnliches über Kryptowährungen als Investition gekommen sein.

Ich habe mich dann etwas genauer in das Thema eingelesen und mich dann aus irgendeinem Grund entschlossen etwas Geld darin zu investieren. Wahrscheinlich war ich mehr von den versprochenen Renditen fasziniert, als von der Technik oder der Idee dahinter, denn ich hatte damals überhaupt keine Ahnung worum es da wirklich ging.

An eine Sache kann ich mich dann noch genauer erinnern. Ich hatte mir den Kurs von Bitcoin angeschaut, der damals bei knapp 2000€ lag und mir war damals noch nicht bewusst, dass man nicht einen ganzen Bitcoin kaufen muss, sondern auch Bruchteile. Aus diesem Grund entschied ich mich damals für Ethereum. Im Nachhinein hab ich genau den gleichen Gedankenfehler gemacht, wie viele Anfänger heute noch.

Ethereum Kauf
Mein erster Kauf von Ethereum im Juni 2017.

Rückblickend merke ich erst, wie wenig ich mich wirklich mit der Thematik auseinandergesetzt hatte und ich bin eigentlich ganz froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise nur wenig investiert habe. Diesen Fehler habe ich dann in der nächsten Phase leider begangen. So gesehen habe ich einfach blind Geld in einen Markt geworfen, den ich überhaupt nicht verstanden habe und ehrlich gesagt habe ich auch überhaupt keinen größeren Aufwand betrieben mich in das Ganze tiefer einzuarbeiten. Aber der schlimmste Abschnitt auf meinem Weg zu Bitcoin stand da erst noch vor mir.

Phase #2: Wieso brachten mich Altcoins zu Bitcoin?

Wenn ihr euch ein wenig mit dem Verlauf von Kryptowährungen in den letzten Jahren auskennt, dann wisst ihr wohl was jetzt kommt. Ich meldete mich im Herbst 2017 bei Twitter an und folgte einigen Personen zum Thema Bitcoin und Altcoins. In dieser Zeit sprach jeder nur von der nächsten großen Investitionsmöglichkeit, um sein Geld zu verhundert-, wenn nicht sogar vertausendfachen. Leider habe ich dann in viele Altcoins investiert, die einfach von irgendwelchen Twitterusern mit Comic-Profilbildern und tausenden Followern empfohlen wurden. Ich Nachhinein ist mir das schon ganz schön peinlich, aber ich hatte einfach keine Ahnung und habe mich sehr naiv verhalten.

Natürlich stieg aber auch mein Portfolio im Winter 2017/2018 ordentlich an, aber damals hatte wohl jeder ein Portfolio im grünen Bereich, denn die Kurse gingen komplett durch die Decke. Ohne Plan und Strategie verlor ich natürlich dann auch beim folgenden Crash der Kurse meine gesamten Gewinne und leider noch etwas mehr. Durch das dicke Minus sowie den sinkenden Kursen verlor ich dann zunehmend das Interesse an Bitcoin & Co. und verfolgte das Ganze nur noch beiläufig.

Der BTC Kurs von September 2017 bis Mai 2018 - der Zeitraum in dem ich in Altcoins investierte.

Erst im Herbst des letzten Jahres fiel mir dann zufällig das Buch „The Bitcoin Standard“ von Saifedean Ammous in die Hände und das erwies sich als riesiger Glücksgriff! Denn erst jetzt begann ich langsam die wahre Idee hinter Bitcoin zu verstehen und das alles erst dadurch, dass im Buch erklärt wird, was Geld überhaupt bedeutet und wie es heute funktioniert.

Nun begriff ich erst, wieviel Blödsinn in den öffentlichen Medien über Bitcoin geschrieben wird, denn hier dreht es sich eigentlich immer nur um die Fragen: „Wann platzt die Blase?“, „Wofür verwenden Kriminelle den Bitcoin?“ oder „Ist Blockchain eigentlich nicht die wahre Erfindung?“. Es werden nur populistische Themen aufgegriffen, die aber die Vorteile des gesamten Netzwerkes und die Probleme die dadurch gelöst werden völlig verschweigen. Da wurde mir klar, wie schwer es für mich war bei dem ganzen Chaos einen Überblick zu behalten und ich entschied mich dazu alle Investitionen zu stoppen, um mich endlich tiefer mit Bitcoin zu beschäftigen.

Wenn ich so zurückschaue, war diese Phase für mein Portfolio sehr schmerzhaft und mein Verhalten sehr naiv, aber auf dem Weg wirklich Bitcoin zu entdecken war es, wie für viele, einfach notwendig diese Fehler zu begehen. In der nächsten Phase schaffte ich es dann zum Glück mir einen Weg durch diesen ganzen Informationsdschungel zu schlagen.

Phase #3: Wie schaffte ich das Chaos zu lichten?

Also was habe ich dann im Frühjahr diesen Jahres gemacht? Angeregt durch das Buch „The Bitcoin Standard“ habe ich mich ab sofort nur noch auf Bitcoin konzentriert. Dafür habe ich mir einen neuen Twitter-Account erstellt, mit dem ich nur noch Personen die Inhalte über Bitcoin generieren und posten folge. Zu Beginn waren dies nur zwei bis drei Personen, aber durch intensivere Recherche wurden es im Laufe der Zeit immer mehr.

"The Bitcoin Standard" von Saifedean Ammous - sehr zu empfehlen!

Zudem habe ich begonnen vermehrt Podcasts über Bitcoin zu hören, über die ich einerseits neuen Input erhielt, aber auch weitere Personen kennengelernt habe, denen ich anschließend auf Twitter folgte. Meine Top-Podcasts über Bitcoin auf englisch und deutsch habe ich euch übrigens auf meiner Seite zusammengestellt. Da könnt ihr gerne anfangen und euch einmal etwas durchhören.

Erst jetzt wurde mir auch bewusst wieviele unterschiedliche Themenfelder rund um Bitcoin existieren. Finanztheorie, Kryptographie, Technologie, Makroökonomie, Philosophie und so weiter. Deshalb habe ich erst einmal begonnen zu versuchen die Grundlagen von Bitcoin zu verstehen und da wurde mir schnell klar, dass dies gar nicht so einfach ist.

Um den ganzen Lernprozess zu strukturieren, habe ich mich dann entschlossen diesen Blog zu gründen, um einfach für mich selbst zu dokumentieren, was ich gerade lerne und euch dabei mitzunehmen. Denn ich hoffe ich dadurch noch mehr Menschen für das Thema Bitcoin begeistern und ihnen zu zeigen, was am Ende diesen ganzen Prozesses so wartet.

Phase #4: Was wartet am Ende des Chaos?

Nachdem ich den ganzen Dschungel der unfassbaren Informationsflut etwas gelichtet hatte, bemerkte ich erst wieviel Spaß mir es macht mich in diese Themen einzulesen. Wie @dergigi in seinem beeindruckenden Artikel beschreibt, fällt man ziemlich schnell in das berühmte „Rabbit Hole“ (diese Umschreibung bezieht sich auf die Geschichte „Alice im Wunderland“ und ich finde diese Analogie einfach passend!)

Und in genau dieses „Rabbit Hole“ bin auch ich gefallen. Täglich entdecke ich neue Artikel, Videos oder Podcasts von wahnsinnig intelligenten Menschen, die sich in der Bitcoinwelt engagieren und versuchen diese besser zu beschreiben oder weiterzuentwickeln.

Auch meine Sichtweise auf viele Dinge wie bspw. die Entstehung von Geld, unser gesamtes Finanzsystem oder Investitionsmöglichkeiten für die Zukunft haben sich teilweise komplett verändert. Mit den meisten Themen beschäftige ich mich erst jetzt, was mich zum einen etwas wütend macht, da ich mich mit solch wichtigen Dingen erst so spät auseinandersetze. Andererseits bin ich auch wenig stolz darauf, mich jetzt überhaupt damit zu beschäftigen.

Die Dichte an Informationen ist natürlich immer noch immens und die Menge an tollen Quellen wird in Zukunft noch zunehmen, da sich der ganze Markt weiter vergrößern wird. Ich komme jetzt schon überhaupt nicht mehr hinterher, aber ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten sechs Monaten mehr über unsere Welt und unsere Systeme gelernt habe, als jemals zuvor.

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass sich jeder so tief in das Thema hineinstürzen muss, aber ich denke es wäre sehr sinnvoll, wenn mehr Menschen ein Grundverständnis über die Themen Finanzen, Banken und Wirtschaft besitzen würden. Denn eigentlich ist es unvorstellbar, dass die Menschen einen sehr großen Teil ihrer Lebenszeit und ihrer Produktivität einsetzen, um Geld zu verdienen, sich aber dann nicht damit auseinandersetzen, wie dieses Geld überhaupt entsteht und warum es am Ende doch immer weniger wird.

Der Weg bis zu diesem Punkt ist sehr weit und wenn man einmal mit dem Lernen angefangen hat, dann wird man voraussichtlich nie an ein Ende gelangen. Aber meiner Meinung nach lohnt es sich sehr, sich mit diesem Thema wenigstens grundlegend auseinanderzusetzen, denn eigentlich dreht sich ein großer Teil unseres Leben darum.

Phase #5: Was würde ich jetzt anders machen?

Ich wurde jetzt schon mehrmals von Freunden oder Bekannten gefragt: „Worum geht es bei diesem Bitcoin?“ Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt.

Im Nachhinein hätte ich mich schon gerne früher nur mit Bitcoin befasst und die ganzen Phasen mit den blinden Investitionen oder der Recherche nach Altcoins ausgelassen. Eigentlich hätte ich mich direkt von Anfang an nur mit den Grundlagen unseres Geldsystems und dann anschließend mit der Funktionsweise von Bitcoin beschäftigen sollen, denn dann wäre ich niemals auf die Idee gekommen nur einen einzigen Cent in einen Altcoin zu investieren.

Deshalb würde ich jetzt jedem den Tipp geben, sich zunächst nur einmal in die Geschichte unseres Geldes und die Grundlagen des Bitcoin-Netzwerkes einzulesen. Und sich dann nicht unbedingt zu fragen, wie das Netzwerk funktioniert, sondern warum wir in unserer Gesellschaft so etwas wie Bitcoin benötigen. Also welchen Nutzen hat das Netzwerk für die Menschen und welche Rolle spielt eigentlich die begrenzte Menge an Bitcoins? Dadurch werden sich viele Fragen von selbst erledigen und man nimmt quasi eine Abkürzung direkt zur Entdeckung von Bitcoin.

Jetzt ergibt sich natürlich das Problem, wie man die richtigen Quellen dafür findet. Insbesondere bei der Erklärung der Grundlagen von Bitcoin gibt es so viele Herangehensweisen. Die einen erklären es für Fünfjährige, andere über einen Freundeskreis und den Verkauf von Limonade.

Eigentlich ist es ja egal über welchen Weg man das Ganze den Menschen näher bringt, aber mir ist bei meiner Recherche aufgefallen, dass es bisher sehr wenige gute Quellen gibt,  die wirklich nur die Hauptfunktionen von Bitcoin erklären. Viele Autoren gehen zu sehr in die Tiefe, viele lassen Grundlagen weg und so weiter. Ein einfach Verständnis der Funktionsweise wäre viel wichtiger als zu wissen wie z.B. Proof-of-Work funktioniert, denn auf lange Sicht ist dies ziemlich egal oder weißt du wie das http-Protokoll im Internet funktioniert?

Und ein weiterer großer Punkt der mir aufgefallen ist, ist dass es immer noch sehr wenige Artikel für Einsteiger auf deutsch gibt. Natürlich verstehen die meisten Personen, die sich aktuell mit dem Thema beschäftigen, die englische Sprache, aber für die weitere Verbreitung wäre es aus meiner Sicht wahnsinnig wichtig, auch hilfreiche Quellen auf deutsch zu besitzen.

Mein Wunsch ist es einen Artikel, ein Video oder einen Guide zu besitzen, den man allen Personen, ob es nun Großeltern, Eltern, Freunden oder Bekannten sind, die mehr über Bitcoin lernen möchten, zur Hand geben kann. Die bisher beste englische Quelle ist für mich dieser Bitcoin-Guide und das (Kinder-) Buch Bitcoingeld.

Wie ihr seht besteht auf dem diesem Gebiet noch viel Arbeit und ich erfahre gerade selbst wie schwierig es ist Bitcoin sowie die ganzen Themen außen herum zu erfassen. Deshalb hoffe ich, dass es in Zukunft noch viele weitere Artikel und Videos entstehen werden, die das komplexe Thema Bitcoin auch Einsteigern verständlich näher bringen können.

Zu welchem Schluss komme ich nun?

Es hat lange gedauert bis ich verstanden habe, dass ich mich eigentlich nur auf Bitcoin konzentrieren sollte. Aber die ganzen Phasen hatten auch ihre gute Seite: ich hab durch meine Fehler wahnsinnig viel gelernt!

Und nun versuche ich mich durch die ganze Informationsflut zu kämpfen und mich stetig in den vielen Facetten von Bitcoin weiterzubilden. Leider habe ich aber auch bemerkt, dass es immer noch zu wenig hilfreiche Quellen für Anfänger, insbesondere auf deutsch, gibt und ich hoffe das wird sich in naher Zukunft schnell ändern.

Ich würde mir wünschen, dass man versucht Bitcoin so zu vermitteln, dass man sich die Frage stellt „Wofür brauchen wir Bitcoin?“, denn dadurch wird Anfänger schnell klar, welche Vorteile dieses Netzwerk in Zukunft für uns Menschen haben kann. Und umso mehr Menschen ihre Energie nicht auf irgendwelche Altcoins und andere Produkte verschwenden desto besser für das gesamte Netzwerk.

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